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Xi’an:   16. September bis 21. September 2014

Xi’an ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi und bedeutet übersetzt „Tor zum Westen“. Die Stadt liegt ziemlich genau in der Mitte der Volksrepublik China und hat mehr als 8 Millionen Einwohner. Die alte Kaiserstadt der Qin-Dynastie, besitzt eine nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer und war der Beginn der Seidenstraße, der berühmtesten Handelsroute der Welt. Außerdem ist die Stadt der Ausgangspunkt für Besichtigungen der Terrakotta-Armee.

Da China über ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz verfügt, haben wir uns entschlossen die 1.377 km von Shanghai nach Xi’an nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Zug zu bewältigen. Außerdem ist Zug fahren in China recht günstig. Wir wählten das Softsleeper-Ticket, da die Fahrt mehr als 12 Stunden dauerte.  Die Softsleeper-Kabine hat 4 Betten (jeweils 2 übereinander) ist sehr sauber und entspricht europäischem Standard. Abends um 16 Uhr ging es mit dem Nachtzug los und am folgenden Tag vormittags um 10 Uhr kamen wir bei strömenden Regen in Xi’an an. Wir teilten uns das Abteil mit einem jungen chinesischen Pärchen. Die beiden waren sehr zurückhaltend und verschwanden bereits, nach einem kleinen Abendbrot, gegen 21:00 Uhr in Ihren Betten und bis morgens war kein einziger Laut (auch kein Schnarchen) mehr von ihnen zu hören. Wir hatten uns schon auf das Schlimmste eingestellt. Rotzen, Spucken, Schnarchen, Stinken etc. Tja, so ist das mit Vorurteilen. Lernt man die Menschen erst mal näher kennen, verflüchtigen sich die meisten Vorurteile. Offensichtlich gegen die Chinesen in engen Räumen sehr höflich miteinander um. Nur auf der Straße scheint diese Höflichkeit nicht mehr zu gelten. Hier wird gedrängelt, gehupt, gerotzt, gespuckt und vieles mehr was wir so gar nicht gerne mögen.

Aus dem Internet hatten wir uns ein ganz besonderes Apartment ausgesucht. Das „Warriors“ Apartment. Was so schön klang und auf den Fotos im Internet sehr ansprechend aussah, war dann doch eher gewöhnungsbedürftig. Das Apartment war zwar mit Liebe und Hingabe gestaltet, aber schon sehr in die Jahre gekommen. Außerdem nicht wirklich sauber und man fühlte sich durch die vielen Warrior Staturen irgendwie beobachtet. Aber auf jeden Fall ein Erlebnis.

Macht Euch selbst ein Bild davon:

Abgesehen von der etwas unheimlichen Stimmung im Inneren, lag unser Apartment sehr zentral in der Innenstadt. Direkt im muslimischen Viertel in dem sich ca. 80.000 Muslime angesiedelt haben.  In diesem Viertel (Huimin Jie) befinden sich orientalische Märkte mit vielen köstlichen Speisen, Gewürzhändler mit orientalischen Produkten sowie kleine Handwerksläden. Und jeden Abend gibt es einen Nachtmarkt, auf dem die viele verschiedene lokalen und muslimischen Gerichte probiert werden können. Also genau das Richtige für uns.

Auch steht hier die Große Moschee (Xi’an Qingzhensi). Sie ist eine der ältesten und berühmtesten Moscheen des Landes und ein Ort der Ruhe in dem mit kleinen Souvenirläden vollgestopften Straßen. Die Gebäude sind dem chinesischen Baustil angepasst und von Gärten umringt.

Natürlich waren wir auch nach Xi’an gereist um die weltberühmte Terrakotta-Armee zu besuchen, da sie einer der bedeutendsten archäologischen Funde des zwanzigsten Jahrhunderts darstellt. Die Armee, die auf eine Größe von 7.000 bis 8.000 Kriegern geschätzt wird, war eine Grabbeigabe des ersten Kaisers von China, Qinshi Huang Di. Insgesamt sollen bis zu 700.000 Zwangsarbeiter gleichzeitig 36 Jahre lang  an dem Grab gearbeitet haben. Entdeckt wurden die ersten Krieger zufällig im Jahre 1974. Zu dieser Zeit machten einige lokale Bauern Aushebungen um einen Brunnen anzulegen und stießen dabei auf erste Terrakotta-Scherben. Bis heute ist erst etwa ein Viertel der gesamten Armee ausgegraben. Die lebensgroßen Krieger (Fuß – und Reitsoldaten) stellen die vollständige Armee der damaligen Zeit dar. Die verschiedenen Ränge sind an unterschiedlichen Uniformen erkennbar. Wir waren wirklich beeindruckt. Überrascht waren wir allerdings, dass nur ein einziger intakter Krieger gefunden wurde. Alle anderen Soldaten waren zerstört und müssen mühsam, wie Puzzleteile, zusammengefügt werden.

Selbstverständlich haben wir auch in Xi’an die gute Chinesische Küche ausgiebig erkundet. Durch das Muslimische Viertel hat sich die schon enorme Vielfalt noch einmal erweitert.

Damit das viele gute Essen nicht auf den Hüften hängen bleibt, haben wir uns ein Tandem gemietet und die vollständig erhaltene alte Stadtmauer umrundet. Die Stadtmauer ist 14 km lang, 12 m hoch und am Boden bis zu 18 m breit. Sie umschließt das historische Stadtzentrum und ist komplett begehbar bzw. mit dem Fahrrad befahrbar. Eine sehr schöne Tour.

Und zum Schluss noch eine kleine Zusammenfassung weiterer schöner Eindrücke.